Was Atmen mit Streiten zu tun hat

„Tief durchatmen!“ Diesen Tipp hat wohl schon so gut wie jeder von uns bekommen. Tatsächlich hilft ein tiefer Atemzug, um die erste Emotion abzufangen. Doch der Atem kann noch viel mehr. Gezieltes Atemtraining macht dich konfliktrestistenter.

Gib dem Großhirn eine Chance

Ein Konflikt liegt in der Luft. Und dann kommt der auslösende Reiz. In Bruchteilen von Sekunden wirst du wütend oder bekommst Angst. Jetzt hast du im Grunde nur mehr drei mögliche Handlungsalternativen. Du kannst kämpfen, fliehen oder dich tot stellen. Der Verstand steht dir an dieser Stelle leider gerade nicht zur Verfügung. Er verbraucht zu viel Energie und reagiert zu träge. Deswegen wird er ganz automatisch weggeschaltet.

In der Steinzeit war dies ein sehr nützlicher Mechanismus. Er sicherte unseren Vorfahren das Überleben, weil all ihre Energie blitzschnell für den Kampf gegen den Säbelzahntiger oder für die Flucht zur Verfügung stand. In der heutigen Zeit stehst du selten Raubtieren oder verfeindeten Urmenschenhorden gegenüber. Für dich ist es wichtig, dass du genug Zeit zwischen den auslösenden Reiz und deine Reaktion bekommenst, damit sich der Verstand wieder dazu schalten kann. Denn nur dann kannst du wir dein Verhalten bewusst steuern und eine angemessene Position beziehen.

Konflikte schlagen sich auf den Atem

Jeder Mensch kann atmen. Aber wie so viele menschliche Kompetenzen wird auch diese nicht besser, je länger wir sie praktizieren. Im Gegenteil. Jede etwas länger andauernde Stresssituation, in der wir Angst oder Wut verspüren, schlägt uns auf den Atem. Daher haben viele Menschen in fortgeschrittenem Alter einen verhärteten Brustkorb und einen verkrampften Bauch. Sie atmen nur mehr so viel wie eben nötig, um nicht zu ersticken. Der Körper wird nur unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Und das sind beste Voraussetzungen, um immer stressanfälliger zu werden und immer schneller in Konflikte einzusteigen.

Bewusstes Atmen hilft gleich doppelt

Wenn du dein Verhalten in Konflikten nachhaltig verändern möchtest, tust du gut daran, zunächst einmal deinen Atem zu trainieren. Das hilft nämlich gleich doppelt.

  • Hast du gelernt, in kritischen Augenblicken bewusst und tief zu atmen, vergrößerst du die Zeitspanne zwischen Reiz und Reaktion. Das Großhirn geht wieder online. So kannst du vermeiden, in ein irrationales Kampfgetöse auszubrechen oder wegzulaufen.
  • Regelmäßiges Atemtraining tut deinem Körper gut. Die Zellen werden wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Du pfeifst schon nach wenigen Trainingstagen spürbar nicht mehr aus dem letzten Loch. Und das macht dich insgesamt ruhiger und gelassener. So wirkt nicht mehr der kleinste Reiz wie ein Funken im Pulverfass.

Am Anfang trainierst du das bewusste, tiefe Atmen am besten im Liegen. Aber schon nach wenigen Tagen kannst du das Training auch im Sitzen, Stehen und Gehen betreiben. Das ist das Schöne daran. So kannst du beispielsweise dein ganz persönliches Konflikt-Resilienztraining im Büro betreiben, während dich die nervige Kollegin zutextet.

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